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Humboldt-Universität zu Berlin - AG Gesundheitsförderung

Dienstvereinbarung Sucht

Vorbemerkungen

Suchterkrankungen können schwere seelische Folgen wie extreme Stimmungsschwankungen, Desinteresse, Selbstüberschätzung, Kontaktarmut haben. Die körperlichen Schädigungen sind erheblich, da oft alle Organe in Mitleidenschaft gezogen werden und in vielen Fällen eine Schädigung des Nervensystems zur Folge hat. Auch die sozialen Konsequenzen sind nicht zu unterschätzen. Der Süchtige kann zum Außenseiter werden, finanzielle Probleme nehmen zu und durch ein erhöhtes Unfallrisiko werden auch oft Dritte gefährdet. Nach bundesweiten Schätzungen sind z. B. ca. 5 % der Beschäftigten in einem Unternehmen alkoholabhängig.

Infolge des Suchtverhaltens des Betroffenen können vermehrt Probleme am Arbeitsplatz auftreten, die bis zum Verlust desselben führen können. Suchtkranke verursachen für den Arbeitgeber, die Kranken- und Rentenversicherung und Berufsgenossenschaft hohe Kosten.

Am 04.04.2001 trat an Stelle der Vereinbarung aus dem Jahre 1994 die zwischen dem Personalrat im Hochschulbereich und der Universitätsleitung unter Beteiligung der AG Gesundheitsförderung ausgehandelte

Dienstvereinbarung über den Umgang mit Suchtkranken und Suchtgefährdeten

(DV-Sucht)

in Kraft und gilt in der geänderten Fassung vom 01.11.2004.

Die vorliegende Dienstvereinbarung greift bei auftretenden Pflichtverletzungen oder Störungen des Betriebsablaufes (Stufe A) und endet bei fortgesetztem Fehlverhalten und weiterer Nichtteilnahme an Therapien und Hilfen mit einer (fristlosen) Kündigung (Stufe E). Deshalb ist es um so wichtiger, schon vor Auftreten eines Konfliktes das Suchtproblem als solches zu erkennen und präventiv dagegenzusteuern.

 

Alkohol im Dienst ?! - Was müssen Führungskräfte tun?

Es besteht kein generelles Alkoholverbot an der HU. Eine Ausnahme gilt für Beschäftigte, die im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeiten hauptberuflich oder gelegentlich Kraftfahrzeuge führen. Sie müssen aufgrund einer Dienstanweisung Alkoholverbot für Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer schriftlich verpflichtet werden, eine 0-Promille-Grenze einzuhalten.

Führungsaufgabe des Vorgesetzten ist es, bei durch die Suchterkrankung bedingten ersten Anzeichen von Auffälligkeiten (z.B. Wahrnehmung von Alkoholgeruch, erhöhter Krankenstand, häufiges Zuspätkommen, erheblich geminderte Arbeitsleistung) dem Betroffenen seine Leistungsminderung und/oder Arbeitsverletzungen aufzuzeigen und Hilfsangebote (z. B. Vermittlung von Fachkräften, Therapiegruppen) zu unterbreiten.

Vorgesetzte tragen eine besondere Verantwortung. In Einzelfällen, in denen z. B. das alkoholbedingtes Fehlverhalten eine erhöhte Unfallgefahr und/oder ein erhöhtes Schadensrisiko darstellt, sind sie verpflichtet, sofort erforderliche Maßnahmen zu ergreifen.

Dazu sieht die Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften" GUV 0.1. § 38 folgendes vor:

1. Versicherte dürfen sich durch Alkoholgenuss nicht in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können. 

2. Versicherte, die infolge Alkoholgenusses oder anderer berauschender Mittel nicht mehr in der Lage sind, ihre Arbeit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, dürfen mit Arbeiten nicht beschäftigt werden.

Die Fürsorgepflicht zwingt Führungskräfte z.B. dazu, das Fahren des alkoholisierten Beschäftigten im eigenen PKW (auch Fahrrad) unter allen Umständen zu verhindern. Eventuelle Schadensansprüche können sonst zu Lasten der Vorgesetzen gehen. 

Versicherungsschutz auf Weihnachtsfeiern

"Alkohol in der Arbeitswelt - rechtssicher handeln im Akutfall" | Unfallkasse Berlin

Weiterbildung für Führungskräfte

Bei Bedarf wird durch die HU zum Thema "Alkohol am Arbeitsplatz" eine Schulung angeboten, die auf die Pflichten sowie den Umgang mit suchtmittelabhängigen Beschäftigten näher eingeht.

Kontakt: Berufliche Weiterbildung